Wir essen alle zu viele Kohlenhydrate

14. Juli 2024
(Lesedauer: ca. 3 min.)

Schauen wir uns die Makronährstoffe Kohlenhydrate, Proteine und Fette näher an:

Kohlenhydrate (z.B. Brot, Pasta, Zucker) liefern uns Energie und nur das. Kohlenhydrate sind NICHT ESSENTIELL, das heisst, nicht unbedingt notwendig. Denn unser Körper ist in der Lage, den Bedarf unseres glukosehungrigen Gehirns auch ohne Kohlenhydrat-Zufuhr zu bewerkstelligen. Also theoretisch könnten wir gänzlich ohne Kohlenhydrate leben. Müssen wir natürlich nicht, aber heutzutage stellt diese Nährstoffgruppe bei uns westlichen Menschen den allergrössten Teil der Ernährung dar. Und das obwohl die meisten von uns einen bewegungsarmen Alltag haben. Kohlenhydrate werden zu Glucose und erhöhen den Blutzuckerspiegel, was eine Insulinausschüttung zur Folge hat, damit die Glucose aus dem Blut in die Zellen geschleust werden kann. Wenn diese Glucose, also dieser Brennstoff, nicht für die Muskeln und somit für Bewegung oder für das Gehirn verbraucht wird, dann wird diese Glucose flugs als Fett gespeichert.

Kurz gesagt: Wo Kohlenhydrate sind, da ist Insulin, und wo Insulin ist, da ist Speicherfett.

Proteine (Eiweisse) werden für den Aufbau von Zellen, Organen, Blut, Geweben benötigt, für die Immunabwehr, zur Bildung von Hormonen etc. und alternativ auch als Energiequelle. Proteine sind ESSENTIELL, das heisst: Wir brauchen sie dringend.

Fett wird ebenfalls als Energieträger benötigt, darüber hinaus aber auch als Baumaterial für Zellen und Hormone. Fett ist Träger für bestimmte Vitamine und wichtig für das Immunsystem. Es dient als Schutz gegen mechanische Beanspruchung, Kälte und Wärme. Fett ist ESSENTIELL für uns. Und man weiss heute: Fett macht nicht fett! 😊

Für eine gesunde Ernährung müssen wir keinesfalls Kalorien zählen. Wir haben viel zu lange den Kalorien alle Aufmerksamkeit geschenkt und dabei ganz vergessen, was wirklich zählt. Nämlich ein ausgewogener Nährstoffgehalt: Kohlenhydrate sollten in unserer westlichen Welt massiv reduziert werden, die Proteine kommen meistens zu kurz, ebenso gesunde Fette, es fehlen genügend Vitalstoffe (Vitamine und Mineralstoffe, sekundäre Pflanzenstoffe, Antioxidantien etc.). Ausserdem werden massiv zu viel von den Omega 6 Fettsäuren verzehrt (Weissmehlprodukte, hochverarbeitete Produkte, Fleisch und  Wurstwaren), dafür kommen die Omega 3 Fettsäuren zu kurz (Fisch, gesunde Pflanzenöle, Nüsse und Samen). Diese kohlenhydratlastige Ernährung führt ausserdem zur Übersäuerung (Blogbeitrag dazu folgt), was wiederum unter anderem alle entzündlichen Vorgänge befeuert.

Ich stelle mir vor, ich würde meinem Auto mit Benzin-Motor regelmässig Wasser oder auch Dieselöl ins Benzin mischen. Es ginge nicht sehr lange gut. Unser wunderbarer Körper ist hier glücklicherweise toleranter. Aber nach Jahren und Jahrzehnten mit einer „modernen“, also unausgewogenen Ernährung machen sich zwangsläufig Probleme bemerkbar.

Wir sind überernährt, was Energie anbelangt, und mangelernährt, was Vitalstoffe angeht.

Vergleichen wir unter diesen Gesichtspunkten zwei Frühstücksvarianten:

Schweizer Brotfrühstück

2 Scheiben Brot, 15 g Butter, 20 g Konfitüre

Enthält ca. 370 Kcal, 76 g Kohlenhydrate, 8 g Proteine, 13 g Fett, kaum Vital- und Mineralstoffe sondern leere Kohlenhydrate, die erst noch sehr säurebildend sind und nicht nachhaltig sättigen. Dieser Zmorge provoziert einen hohen Blutzuckerwert und somit eine starke Insulinausschüttung, und er enthält kaum Vitamine, Mineral- und Ballaststoffe.

Quark-Apfel-Nuss-Frühstück

100 g Magerquark, 1 kleiner Apfel, eine Handvoll Baumnüsse, 1 EL Baumnussöl

ca. 420 Kcal, 18 g Kohlenhydrate, 20 g Proteine, 37 g Fett

Wir haben hier einen hohen Gehalt an Proteinen und gesundem Fett, beides sättigt lange, wenige Kohlenhydrate (wenig Blutzuckerschwankungen), hoher Gehalt an Vitaminen (A, B1, B2, B6, Folat, B12, C, D, E, K), hoher Anteil an Omega 3 Fettsäuren, hoher Gehalt an Mineralstoffen (Kalzium, Kalium, Magnesium, Phosphor, Zink, Eisen, Kupfer, Mangan) sowie eine Menge sekundärer Pflanzenstoffe (Flavonoide, Polyphenole, Phytosterole).

Mit der zweiten Variante kann unser Körper definitiv etwas anfangen. Ausserdem sättigt das Fruchtfrühstück und Heisshungerattacken werden vermieden.

Probieren Sie es doch einmal aus. Die Zubereitung wird gerade mal 5 min.dauern. Das ist es allemal wert. En Guete.

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