Wir alle haben einen Proteinmangel (mit Video)

(März 2025, Lesedauer ca. 3 min)


Proteine (Eiweisse) gehören zusammen mit den Fetten zu den beiden essentiellen Makronährstoffen. Eiweiss und Fett sind also unerlässlich für uns und müssen über die Nahrung zugeführt werden. Proteine werden als Baumaterial für Muskeln, Organe und für das Blut benötigt, für die Bildung von Hormonen, als Enzyme oder für unser Immunsystem, ebenso als Reserve-Energie, wenn einmal zu wenige Kohlenhydrate zur Verfügung stehen (was heutzutage kaum mehr vorkommt bei den meisten Menschen).

In unserer heutigen westlichen Ernährung dominieren eindeutig die Kohlenhydrate, die Dritten im Bunde der Makronährstoffe, die aber nicht essentiell sind. Das heisst auf gut Deutsch: Wir alle könnten ohne Kohlenhydrate leben und gesund bleiben. Der menschliche Organismus ist in der Lage, aus Proteinen und Fetten die passende Energie für unser hungriges Gehirn und unsere aktiven Muskeln herzustellen. Nichts anderes liefern nämlich Kohlenhydrate, einfach nur pure Energie und in der Regel kaum Mikronährstoffe wie Vitamine, Mineralstoffe etc.

Aber zurück zum Eiweiss. Der Mensch sollte rund 1 g Protein pro Kilogramm Körpergewicht zu sich nehmen (der empfohlene Bedarf schwankt je nach Überzeugung zwischen 0,8 und 2 g pro Kilogramm Körpergewicht). Man ist sich einig, dass Sportler meist eher mehr Proteine benötigen als nicht sportliche Menschen, ebenso ältere Menschen, da sie die Proteine nicht mehr so gut verwerten (“älter” bedeutet ab 50 😊).

Gehen wir in unserem folgenden Beispiel also von einem jüngeren Mann von 80 kg Körpergewicht und einer älteren Frau von 60 kg Körpergewicht aus und rechnen für beide mit einem durchschnittlichen Bedarf von rund 80 g Proteinen, die die beiden täglich zu sich nehmen sollten, um gesund zu bleiben.

Sicher kennen Sie die gängigen Eiweissquellen. Aber ist Ihnen bewusst, dass unsere beiden Leute entweder täglich 300 g Fleisch essen müssten oder 600 g Quark oder 400 g Käse oder 10 Eier oder 1 kg gekochte Linsen oder 1 kg Brot? Das tönt alles nicht besonders gesund, und insbesondere in Zeiten, wo man nicht mehr jeden Tag Fleisch essen sollte, wird das je länger je mehr ein Problem, ganz zu schweigen von vegetarisch oder vegan lebenden Menschen.

Nun nehmen wir an, unsere beiden Probanden essen zum Frühstück gern den typisch schweizerischen Brotzmorge: Zwei Scheiben Brot mit Butter und Konfi plus einen Milchkaffee. Damit haben sie gerade mal 8 g Proteine gegessen, aber 63 g Kohlenhydrate. Es bleibt ein Manko von mehr als 70 g Proteinen, die beide an diesem Tag noch zu sich nehmen sollten. Wenn nun die ältere Frau abends nochmals Kafi Complet isst, wie es ja in dieser Generation weit verbreitet ist, müsste sie zum Zmittag mehr als 60 g Proteine essen … Ein Ding der Unmöglichkeit!

Vielleicht denken Sie jetzt: Ja das mag schon sein, aber ich habe ja keinen Proteinmangel, das hätte mir mein Arzt sicher gesagt. Aber weiss denn Ihr Arzt über Ernährung und ihre Auswirkungen Bescheid? Er hatte keine Ernährungslehre im Medizinstudium, und es gibt erst wenige Spezialisten, also Ernährungsmediziner. Ihr Arzt behandelt also einfach Ihre Krankheiten, das ist sein Job. Sie wissen ja: «Ihr Arzt kümmert sich um Ihre Krankheiten. Um Ihre Gesundheit müssen Sie sich selber kümmern.»

Dass eigentlich niemand gross rumposaunt, wir alle hätten einen Proteinmangel, wundert mich zwar schon etwas. Als Gesundheits- und Ernährungsberaterin weiss ich es inzwischen besser. Darum war ich natürlich neugierig und habe auch mit den Proteinen experimentiert. Und siehe da: Nach Jahrzehnten geprägt von Schlafstörungen schlafe ich plötzlich wie ein Engel, tief und fest. Toll, oder? Und das ganz ohne Medikamente.

Proteinmangel kann nämlich zu hormonellen Problemen führen, und diese können Schlafstörungen nach sich ziehen. Das hat mir mein Arzt nicht gesagt. Weiter können psychische Probleme auftreten, Müdigkeit und Erschöpfung, Infektanfälligkeit, Wundheilungsstörungen, Muskelschwäche und Muskelschmerzen, Verdauungsprobleme (Blähungen, Durchfall), Eisenmangel, erhöhte Blutcholesterinwerte etc. etc. … Fühlen Sie sich immer noch nicht angesprochen vom Thema Proteinversorgung?

Bestimmt gibt es noch zahlreiche andere Beschwerden, die man noch gar nicht mit dem Proteinmangel in Verbindung bringt. Wie gesagt: In meiner Welt hat jede Krankheit eine Ursache; nur Symptome zu behandeln, macht für mich keinen Sinn und ist manchmal erst noch gefährlich.

Sich mit ausreichend gesunden Proteinen zu versorgen, ohne tägliches Rechnen, ist nicht ganz so einfach. Lassen Sie sich professionell beraten und staunen Sie über neu gewonnene Energie und tiefen Schlaf.

Herzlich,

Zurück
Zurück

Für wen ist eine Ernährungsberatung sinnvoll? (mit Video)

Weiter
Weiter

Zivilisationskrankheiten durch “zivilisierten” Lebensstil