Blogeintrag: Das böse Cholesterin

(Februar 2024, Lesedauer ca. 2,5 Minuten)

«Sälber ässe, macht feiss» sagten meine Grosseltern noch, fettiger Speck und Butter waren begehrte Leckerbissen. Damals ernährte man sich noch natürlich, einfach und meistens zu Hause. Aber irgendwann Mitte des 20. Jahrhunderts hiess es dann plötzlich aus wissenschaftlichen Kreisen, Fett sei gefährlich und insbesondere tierisches Fett sei verantwortlich für zu hohe Cholesterin-Werte, was wiederum zu den vielen Herztoten führe. Ausserdem mache Fett dick. Die Nahrungsmittel-Industrie entwickelte fortan tonnenweise Light-Produkte, wodurch die Menschen dann natürlich mehr Kohlenhydrate (und Zucker) essen mussten, um ihren Energiebedarf zu decken. Logisch, oder?

Eine der «wissenschaftlichen» Grundlagen für die Verteufelung von Fett und insbesondere tierischem Fett hat ein russischer Forscher im Jahr 1913 gelegt:

Nikolai Anitschkow fütterte Kaninchen mit püriertem Tierhirn und Eiern, beides natürlich sehr cholesterinreich. Prompt erlagen viele Kaninchen einem Herzinfarkt aufgrund von verkalkten Arterien, also Arteriosklerose oder neu auch Atherosklerose. Daraus schloss man, dass z.B. Eier zu hohen Cholesterinspiegeln und damit zu den gefürchteten Folgen in den Blutgefässen führen. Sie erinnern sich vielleicht, je nachdem, wie alt Sie sind.

Nun sind die armen Kaninchen ja reine Pflanzenfresser und haben kein Programm, tierische Nahrung zu verstoffwechseln. Kein Wunder, wurden sie krank! Inzwischen weiss man, dass unser Körper nahezu 80 % des benötigten Cholesterins (ja Sie haben richtig gelesen, er benötigt Cholesterin!) selbst herstellt in der Leber und das eingenommene Cholesterin über die Nahrung nahezu keinen Einfluss auf den Cholesterinspiegel hat, da der Körper seine Produktion einfach anpasst.

Inzwischen liegen auch Studien vor, die grundsätzlich am Cholesterin-Arteriosklerose-Zusammenhang zweifeln lassen. Ja es gibt sogar Hinweise, dass sogar tiefe Cholesterinspiegel gefährlich sein könnten. Wie auch immer: Es lassen sich gegenteilige Wahrheiten beweisen, je nachdem, wer die Studie bezahlt. Und dass Statine (die Medikamente, die einen hohen Cholesterinspiegel senken) ein Milliardengeschäft sind, bestreitet wohl niemand. Dennoch gehören koronare Herzkrankheiten und Schlaganfälle in der westlichen Welt seit Jahrzehnten zu den häufigsten Todesursachen.

Mich macht es misstrauisch, wenn Menschen, die sich gesund fühlen, einfach aufgrund eines Blutwertes präventiv lebenslang Medikamente nehmen sollen. Statine haben massive Nebenwirkungen und erhöhen z.B. das Diabetesrisiko. Man kann also wählen zwischen Pest und Cholera …

Da ist eine gesunde und nährstoffreiche Ernährung nicht nur sicherer, sondern führt auch rasch zu einem besseren Befinden. Und überhaupt ist wohl Vitamin C einer der Hauptakteure für gesunde Blutgefässe. Mehr dazu in einem späteren Beitrag. Wie ich das mit der Cholesterin-Senkung am eigenen Leib erfahren habe, das erzähle ich im Beitrag «Migränedetektivin».

Herzlich,

Sandra Gatti

Zurück
Zurück

Blogeintrag: Die Rattenstudie

Weiter
Weiter

Blogeintrag: Migränedetektivin